Was ist die degressive AfA?

Die degressive AfA ist eine Abschreibungsmethode, bei der in frühen Jahren höhere Beträge abgeschrieben werden und die jährlichen Abzüge mit der Zeit sinken. Im Gegensatz zur linearen AfA (gleichmäßige Abschreibung über die Nutzungsdauer) erlaubt die degressive Methode eine "Vorziehabschreibung" — mehr Steuervorteil früh, weniger später.

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Degressive AfA für Immobilien: Was Vermieter jetzt beachten müssen

Lineare vs. degressive AfA: Der Vergleich

MerkmalLineare AfADegressive AfA (§ 7 Abs. 5a EStG)
AfA-Satz (ab 2023)2–3 % p.a. (konstant)5 % vom jeweiligen Restwert p.a.
BezugsgrößeAnschaffungskosten (konstant)Buchwert (jährlich sinkend)
Abzüge in frühen JahrenMittelHoch (mehr als linear)
Abzüge in späten JahrenGleich wie zu BeginnNiedrig (sinkt laufend)
Gesamte Abschreibungsdauer50 Jahre (bei 2 %)Theoretisch ewig — daher Wechsel zu linear üblich
Anwendbar aufAlle VermietungsimmobilienNur Neubau ab 01.10.2023 oder nach 31.12.2022 begonnener Neubau

Berechnungsbeispiel: Degressiv vs. Linear

Gebäudeanteil: 300.000 €. Vergleich der Abschreibungen in den ersten 5 Jahren:

Steuer-Hinweis: Immobilieneinkünfte sind komplex — ein Steuerberater mit Immobilien-Schwerpunkt bezahlt sich in der Regel selbst. Die AfA (Abschreibung) allein spart bei einer 300.000 €-Immobilie jährlich 800–1.200 € Steuern. Lass das nicht liegen, weil du keine Steuererklärung machen willst.
JahrLinear (3 %)Degressiv (5 % vom Restwert)
Jahr 19.000 €15.000 €
Jahr 29.000 €14.250 € (5 % von 285.000)
Jahr 39.000 €13.538 €
Jahr 49.000 €12.861 €
Jahr 59.000 €12.218 €
Summe 5 Jahre45.000 €67.867 €

Die degressive AfA bringt in 5 Jahren rund 22.867 € mehr Steuerabzüge — bei 42 % Steuersatz: ~9.600 € mehr Steuerersparnis in den ersten 5 Jahren.

Für wen lohnt sich die degressive AfA?

  • Hoher Steuersatz: Je höher der persönliche Steuersatz, desto wertvoller sind frühe Abzüge. Ab Steuersatz 35 %+ lohnt die degressive AfA deutlich.
  • Neubauprojekte: Nur für Neubauten seit 01.10.2023 anwendbar. Bestandsimmobilien nicht betroffen.
  • Kurze Haltedauer geplant: Wer nach 10 Jahren verkaufen will, profitiert von hohen frühen Abzügen. Nach 10 Jahren beginnt die Steuerpflicht auf Wertsteigerung sowieso nicht mehr (Spekulationsfrist).

Wechsel von degressiv zu linear

Ein Wechsel von degressiver zu linearer AfA ist einmalig zulässig — aber nicht umgekehrt. Sinnvoll ist der Wechsel, wenn die lineare Rate die degressive überholt (passiert nach ~18–20 Jahren). Ab diesem Zeitpunkt ist linear höher als 5 % des immer kleiner werdenden Restwerts.

Praktische Empfehlung

Für Neubauinvestoren mit hohem Einkommen: Degressive AfA wählen und nach ~20 Jahren auf linear wechseln — so maximiert man steuerliche Vorteile über die gesamte Haltedauer. Steuerberater konsultieren für die optimale Umsetzung. Mehr zur linearen Abschreibung: AfA für Immobilien erklärt.

FAQ: Degressive AfA

Kann ich bei bestehenden Immobilien auf degressive AfA wechseln?
Nein — die degressive AfA gilt nur für Neubauten ab dem 01.10.2023. Bestehende Mietobjekte können nicht nachträglich auf degressive AfA umgestellt werden.

Was ist, wenn ich die Immobilie nach 5 Jahren verkaufe?
Innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist ist der Verkaufsgewinn steuerpflichtig. Zusätzlich werden die genommenen Abschreibungen ggf. teilweise rückgängig gemacht (steuerliche Aufdeckung stiller Reserven). Steuerberater einschalten.

Gilt die degressive AfA auch für Sanierungskosten?
Nein — Sanierungskosten bei Bestandsimmobilien sind entweder sofort abzugsfähig (Instandhaltung) oder linear über die verbleibende Nutzungsdauer abzuschreiben. Die neue degressive AfA gilt nur für den Neubau-Erwerb.

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