Was ist eine Mietausfall-Versicherung?

Eine Mietausfall-Versicherung (auch: Mietausfallschutz oder Mietverlustversicherung) sichert Vermieter gegen den Verlust von Mieteinnahmen ab. Sie springt ein, wenn der Mieter die Miete nicht zahlt und das Mietverhältnis durch Kündigung oder Räumung endet. Manche Policen decken auch strukturellen Leerstand (z. B. nach Wasserschaden) ab.

Mietausfall-Versicherung: Wann sie sich lohnt und was sie wirklich leistet

Was deckt eine Mietausfall-Versicherung ab?

LeistungÜblich abgedecktAnmerkung
Mietausfall durch Zahlungsunfähigkeit MieterJa (mit Wartezeit)Meist nach 3+ Monaten Rückstand
Mietausfall durch RäumungsverfahrenJa (während Verfahren)Räumungsverfahren dauert 3–18 Monate
Mietausfall durch Gebäudeschaden (Feuer, Wasser)Ja (Wohngebäudeversicherung)Meist andere Police, nicht Mietausfallschutz
Mietausfall durch freiwilligen AuszugNeinNormales Vermietungsrisiko
Schäden durch Mieter an der WohnungNein (separate Police nötig)Rechtsschutz und Kautionsabsicherung relevant

Was kostet eine Mietausfall-Versicherung?

Typische Kosten: 3–6 % der Jahresnettomiete als jährliche Prämie.

Beispiel: Monatliche Miete 900 € → Jahresnettomiete 10.800 € → Versicherungsprämie 324–648 €/Jahr.

Auf die monatliche Miete umgerechnet: 27–54 €/Monat — das ist ein erheblicher Betrag, der den Cashflow belastet.

Wann lohnt sich die Versicherung?

Die Versicherung lohnt sich unter bestimmten Bedingungen:

  • Hohes Ausfallrisiko: Mieter in finanziell unsicheren Verhältnissen, schlechte Schufa-Bonität, Jobcenter-Mieter.
  • Geringer Rücklagenpuffer: Wenn du dir 3–6 Monate Mietausfall finanziell nicht leisten kannst.
  • Nur ein Mietobjekt: Bei Diversifikation (5+ Objekte) gleicht ein Ausfall statistisch aus. Bei nur einer Wohnung ist das Klumpenrisiko höher.
  • Teure Lage mit hohen Mieteinnahmen: Bei 2.000 €/Monat Miete sind potenzielle Ausfälle größer als bei 500 €/Monat.

Wann lohnt sie sich nicht?

  • Bei sorgfältiger Mieterbonität-Prüfung (solventem, langfristig beschäftigtem Mieter)
  • Wenn du ausreichend Eigenkapitalpuffer für 3–6 Monate Ausfall hast
  • Bei diversifiziertem Portfolio (5+ Objekte)
  • Wenn die Prämie die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit übersteigt

Alternativen zur Versicherung

Statt Versicherungsprämie zahlen, kannst du alternativ:

  1. Sorgfältige Mieterauswahl betreiben (SCHUFA, Gehaltsnachweise, Vorvermieterbescheinigung)
  2. Kaution maximal (3 Monatskaltmieten) nehmen — sichert die ersten Monate ab
  3. Notfallrücklage aufbauen (3–6 Monatsmietausfälle als Liquiditätspuffer)
  4. Vermieter-Rechtsschutzversicherung abschließen — günstiger als Mietausfallschutz, sichert Räumungskosten ab

Den Cashflow nach Versicherungskosten berechnen: Cashflow-Rechner. Lese auch: Mietvertrag richtig gestalten zur präventiven Absicherung.

Praxis-Hinweis: Theorie und Praxis klaffen bei Immobilien oft auseinander. Suche dir erfahrene Investoren als Mentoren — lokale Immobilien-Stammtische, REITs und Investorengruppen gibt es in jeder größeren Stadt. Der Austausch mit Menschen, die bereits 5–10 Objekte besitzen, ist unbezahlbar.
FAQ: Mietausfall-Versicherung

Zahlt die Versicherung sofort bei Mietausfall?
Nein — es gibt fast immer Wartezeiten (1–3 Monate Selbstbehalt) und Voraussetzungen (nachgewiesene Zahlungsrückstände, eingeleitetes Mahnverfahren). Sofortschutz wird nicht geboten.

Gibt es eine Obergrenze für die Versicherungsleistung?
Ja — die meisten Policen begrenzen die Leistung auf 12–18 Monate Mietausfall. Bei längerem Räumungsverfahren (selten, aber möglich) endet der Schutz.

Ist die Versicherungsprämie steuerlich absetzbar?
Ja — als Werbungskosten bei vermieteten Immobilien vollständig absetzbar.

Was kostet eine Räumungsklage ohne Versicherung?
Anwalts- und Gerichtskosten: 1.500–5.000 € je nach Verfahren. Dazu kommen Mietausfälle während des Verfahrens (3–18 Monate). Eine Rechtsschutzversicherung für Vermieter (150–300 €/Jahr) kann die Verfahrenskosten übernehmen.

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